Hochgelobte Medikamente

Die Süddeutsche Zeitung meldete kürzlich über die Erfolge, die sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei der Bekämpfung der Kinderlähmung auf die Fahnen schreibt. Stolz verkündet die Organisation, „die weltweite Ausrottung der Kinderlähmung rückt näher“. Begründet wird dieser scheinbare und als bahnbrechend titulierte Erfolg am Beispiel von Indien: 2009 wurden 741 Fälle gemeldet, 2010 waren es nur noch 41. Begründet wird dieser Erfolg natürlich mit einem massiven Impfprogramm.

Gleichwohl schreibt der Autor über die Geschichte der Polio, dass nach dem zweiten Weltkrieg noch 600000 Kinder an der Krankheit litten und es in den 1980er Jahren „nur“ noch 350000 waren. Auch dafür wird das Impfprogramm angeführt.

Dennoch: die Impfraten für Polio gingen ständig zurück, seitdem in den 1970er Jahren massive Nebenwirkungen bekannt wurden. Könnte es nicht auch sein, dass der Rückgang der Erkrankung auf den immer weiter verbesserten hygienischen Bedingungen beruht? Diese These vertreten ja auch führende Impfgegner.

Ebenfalls aus Indien – genauer gesagt von den Medizinern um Zarir Udwadia am Medizinischen Forschungszentrum in Mumbai – kommen Besorgnis erregende Nachrichten zum Thema Tuberkulose. Auf der Fachseite Clinical Infectious Diseases online berichten sie von den sogenannten TDR Tuberkulosen. TDR steht hier für totally drug resistant und meint nichts anderes, dass diese Tuberkelbazillen inzwischen völlig resistent gegen Antibiotika sind. Das betrifft vermutlich auch das neue und hoch gelobte Medikament Linezolid. Und an Tuberkulose sterben heute immer noch zwei Millionen Menschen pro Jahr weltweit. Forscher meinen, dass etwa ein Drittel der Weltbevölkerung den Tuberkelbazillus in ruhender Form in sich trägt.
Das Pikante daran ist aber nicht unbedingt, dass sich ein solcher Keim entwickelt hat, sondern das wie: Experten zufolge erschien es unausweichlich, dass sich irgendwann vollständig resistente Erreger entwickeln würden. Eines der Hauptprobleme liegt darin, dass die verzweifelten und oft armen Patienten Hilfe bei inoffiziellen Ärzten suchen, die nicht gut ausgebildet sind.
Diese geben Antibiotika, ohne vorher einen Resistenz-Test zu machen und ohne dafür zu sorgen, dass die Patienten die Medikamente in der richtigen Dosis und Dauer einnehmen.
Eine frühere Umfrage unter diesen Medizinern hatte ergeben, dass nur fünf von 106 Befragten wussten, welche Therapie ein Patient mit multiresistenter Tuberkulose benötigt.

Also noch einmal die Frage: Was ist dran an den hochgelobten medikamentösen Therapien?

Quellen:

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