Hormone und Vitamine

Hormonersatztherapie – Hinter diesem wissenschaftlichen Ausdruck verbirgt sich die allseits bekannte Gabe von synthetischen Hormonen, im vorliegenden Fall insbesondere bei Frauen. In der Jugend sind die Hormone dazu gedacht, ungewollte Schwangerschaften zu verhüten, im Alter dienen sie zur Erleichterung der Beschwerden in den so genannten Wechseljahren.

Beide therapeutischen Optionen sind erneut ins Gerede gekommen. Im British Medical Journal berichten Gynäkologen aus Dänemark über eine mehr als 10 Jahre dauernde Studie bei gebärfähigen Frauen. Ohne Einnahme irgendwelcher Verhütungsmittel lag das Thromboserisiko bei 1:5000. 

Mit der Einnahme der Pille erhöhte sich das Risiko auf das dreifache, und der Einsatz eines Hormonpflasters steigert die Gefahr, an einer Thrombose zu erkranken, sogar um das achtfache. Auch der Vaginalring ist nicht ohne Nebenwirkungen, er steigert das Thromboserisiko um das 6,5 fache. Hormonröhrchen mit nur einem Hormon steigerten das Risiko dagegen nur leicht um ein halbes Prozent, ebenso wie die Spiralen, die auch nur ein Hormon abgeben.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum in der Helmholtz Gemeinschaft berichtet von einer Studie, die im International Journal of Cancer erschienen ist. Bislang ging man davon aus, dass gerade bei schlanken sportlichen Frauen mit niedrigem Östrogenspiegel die Einnahme von Calcium und Vitamin D einen gewissen Schutz gegenüber Krebserkrankungen darstellt. Eric L. Ding und Kollegen überprüften die Daten erneut und konnten diesen Schutzeffekt bei 36000 untersuchten Frauen nach der Menopause nicht nachweisen. Ganz im Gegenteil stellte sich heraus, dass Calcium und Vitamin D während der Einnahme von Medikamenten zur Hormonersatztherapie während der Menopause das Erkrankungsrisiko sogar erhöhten. Die genauen Zusammenhänge sind noch in der Erforschung, aber ein Zusammenhang ist deutlich nachzuweisen.

Quellen:

  • British Medical Journal (online)
  • SZ Wissen
  • International Journal of Cancer
  • Ding et al.: Interaction of estrogen therapy with calcium and vitamin D supplementation on colorectal risk
  • Baker, Heinlein et al.: Colorectal and mamma carciogenesis

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