Weichmacher in Lebensmitteln

Für die NDR Sendung „Der große Küchencheck“ wurde die seit langem bekannte Gefahr durch Weichmacher in Lebensmitteln noch einmal aktualisiert. 40 Prozent der untersuchten Lebensmittel enthielten den Weichmacher DEHP. Eine beängstigende Zahl. Besonders beunruhigend ist dies angesichts der Tatsache, dass DEHP bei Lebensmittelverpackungen seit 2006 verboten ist. 

Warum sind Weichmacher, die über die Plastikverpackungen in Lebensmittel gelangen, für den Menschen gefährlich? Die genauen Interaktionen sind noch nicht genau bekannt. Man hat allerdings herausgefunden, dass Phthalate, welche als Weichmacher in PVC eingesetzt werden, Männer unfruchtbar machen. Und die Dramatik dieser Entdeckung zeigt sich in den wirklich beängstigenden Zahlen unfruchtbarer junger Männer. Weiterhin wird diskutiert, dass Weichmacher neben Diabetes auch die Alzheimersche Erkrankung auslösen sowie Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen begünstigen.

Eine Studie im Auftrag des Bund Naturschutz in Deutschland hat sechs Gruppen von Weichmachern als kritisch markiert:

  • Weichmacher, die PVC biegsamer machen (Vinyltapeten, Duschvorhänge, Kinderspielzeug, aber auch Kontaktlinsen, Infusionsbeutel und Handschuhe)
  • Flammschutzmittel (in Fernsehern, Computern, Polstermöbeln)
  • Bisphenol A (in Lebensmittelverpackungen und Kassenbons)
  • Zinnorganische Verbindungen (aufblasbares Wasserspielzeug, Schuhe)
  • Organophosphat Pestizide (Obst und Gemüse)
  • Altlasten wie die Gifte Dioxin und PCB

Wie beunruhigend ist da ein Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom vergangenen Wochenende, dass die Nouvelle Cuisine jetzt in Plastik gegarte Lebensmittel favorisiert, die nach dem Garvorgang mit einem Gasbrenner nachbehandelt werden, um die bekannte Färbung zu erhalten.

Und ebenso beunruhigend ist die Tatsache, dass die Weichmacher nicht nur in Verpackungen vorhanden sind, deren Verwendung wir ja zumindest theoretisch umgehen könnten, sondern auch in Medizinprodukten wie Infusionsbeuteln, Handschuhen und Kontaktlinsen.

Quellen:

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung
  • Prospective Investigation of the Vasculature in Uppsala Seniors Study 2012
  • BUND
  • Norddeutscher Rundfunk Fernsehen

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