Zunehmende Kritik an Mammographie

Nach einigen europäischen Forschungen warnt jetzt in einer Pressemitteilung die Radiological Society of North America vor nicht unbedingt notwendigen, zur so genannten Vorsorge zu rechnenden Brustkrebsuntersuchungen.

Bislang bestand die Empfehlung, dass Frauen mit einem erhöhten Risiko zu Brustkrebserkrankungen sich frühzeitig jährlich einer Mammographie unterziehen sollten. In vielen Fällen wurde dann aus der ab dem 30. oder 40. Lebensjahr empfohlenen Untersuchung eine tatsächlich ab dem 20. Lebensjahr durchgeführte.

Die niederländische Reichsuniversität Groningen, deren Motto lautet: „die Arbeit an den Grenzen des Wissens“, hat zum Thema Mammographie eine vieldiskutierte Metaanalyse veröffentlicht. Sie besagt, dass das Brustkrebsrisiko bei jungen Frauen durch die Mammographie um 63 % erhöht wird. Doch die Analyse verfehlte leider die wissenschaftliche Signifikanz. Daher könnte es sich auch um ein rechnerisches Zufallsergebnis handeln. Bewiesen ist allerdings, dass bei jungen Frauen mit mehr als 5 Mammographien das Brustkrebsrisiko deutlich ansteigt. Somit wäre durch das oben angesprochene Risiko ein zweites gekommen, das die Gesamtsituation deutlich verschlechtert. Das resultiert aus der einfachen Tatsache, dass die Brüste junger Frauen extrem empfindlich gegen Strahlungen technischer natur einerseits und mechanische Beanspruchungen andererseits sind.

Die American Cancer Society zweifelt die Ergebnisse an und rät zur Beibehaltung der Mammographie bei Risikopatientinnen ab dem 30. bis 40. Lebensjahr.

Die US Preventive Services Task Force (USPSTF) empfiehlt weiterhin die Untersuchung bei Frauen ab dem 50.Lebensjahr, wenn kein erhöhtes Risiko vorliegt.

Quellen: American Radiological Society, Universität Groningen, USPSTF, ACS, BDH-Newsletter

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