Arginin und Alzheimer

In einer kürzlich vorgestellten Untersuchung der Duke University um Professorin Colton in den USA konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass mit dem Abbau von Arginin, eines auch für andere Körperfunktionen wichtigen Enzyms, die typischen Symptome der Alzheimer’schen Erkrankung einher gingen. Auch wiesen die Wissenschaftler nach, dass bei einem geringeren Argininabbau morphologisch typische Veränderungen des Gehirns – wie zum Beispiel die typischen Plaques und andere Ablagerungen im Gehirn deutlich seltener wurden.
Colton blockierte mit der Substanz DFMO die Arginase, welche das Arginin abbaut und erzielte so ihre Forschungsergebnisse.

Welche Prozesse im Organismus werden von Arginin sonst noch induziert? Zunächst ist hier zu nennen, dass Arginin die Vorstufe von Citrullin und Ornithin – ebenfalls bekannter Aminosäuren – ist, welche maßgeblich am Abbau von Ammoniak und dessen Umwandlung zu Harnstoff beteiligt sind. Also wird das Entgiftungsthema mit dieser Substanz wieder angesprochen. Darüber hinaus ist Arginin an der NO-Bildung beteiligt und führt damit zu einer Gefäßdilatation. Hierdurch wird die gesamte Durchblutungssituation positiv beeinflusst und der Blutdruck gesenkt. Im Allgemeinen wirkt Arginin noch immunaktivierend durch die Stimulation von T-Lymphozyten, Zytokinen und Lymphokinen.

Eine Zufuhr von Arginin bei entsprechend prädisponierten Patienten ist keinesfalls verkehrt. Allerdings wäre zu überlegen, ob man wegen der häufig mangelhaften Resorptionsverhältnisse beim älteren Menschen nicht die parenterale Substitution wählt. Die Infusion von Arginin in Verbindung mit Citrullin und Ornithin bewirkt, dass das Arginin nicht so schnell aufgebraucht wird. Die Kombination mit Taurin als zusätzlicher Substanz wirkt zusätzlich entgiftend sowie stimulierend auf die Neurotransmitter und auch antioxidativ.

Mit Sicherheit stellt das Forschungsergebnis eine wichtige Erkenntnis dar, die alleinige Umsetzung mit einem Hemmstoff ist allerdings wahrscheinlich nicht so effektiv wie die zusätzliche Zufuhr der benötigten Substanzen.

Quellen:

  • Journal of Neuroscience 2015,35
  • Infusionsempfehlungen Arnika-Apotheke München

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